Swissness ist heute ein gängiges Wort. Wir Schweizerinnen und Schweizer sind auf der Suche nach unseren Wurzeln, nach unserer wahren Identität. Viele grenzen sich gegenüber dem Fremden ab, ziehen sich in ein selbstgewährtes Reduit zurück. Wieder schweizerischer zu werden, haben die Jodlerinnen und Jodler, die Fahnenschwinger und eine Fahnenschwingerin und die Alphornbläser nicht im Sinn. Sie sind schliesslich das Sinnbild für das urige Alpenland, für ein Volk, das seine erfolgreichen Werte gegen die verschlingenden Strudel der Globalisierung zu verteidigen weiss oder zumindest versucht. Sie sind mehr als eine folkloristische Fussnote der aktuellen Schweizer Geschichte.
Das Eidgenössische Jodlerfest, das in diesen Tagen in Interlaken die Jodler-, Fahnen- und Alphorngemeinde zum friedlichen, aber nicht minder engagierten, hochklassigen, musikalischen Wettkampf vereint, dieses Fest lockt die Massen – Schweizer und Nicht-Schweizer – ins Berner Oberland. Das “Eidgenössische” ist Ohrenschmaus und Augenweide zugleich. Es ist eine Fest, das nicht nur die traditionelle Schweiz für ein Wochenende in seinen Bann zieht. Auch wir können uns der Faszination “Eidgenössisches” nicht verschliessen. Es ist schon etwas Besonderes, zum wiederholten Male als offizielle Fest-Bildagentur dabei zu sein. Fotografisch ist die Herausforderung gross, die Grösse des Festes mit grossartigen Bildern über die Zeit und gegen das Vergessen zu retten.
Auch technisch ist das Eidg. Jodlerfesst für swiss-image.ch eine Challenge, denn erstmals wollen je zwei Fotografenteams von zwei verschiedenen Eidgenössischen mit Live Image Transmission ihre Bilder ins Internet übermitteln. Die Schnelligkeit ist dabei nicht das primäre Ziel, auch wenn auf dem Live Image Ticker ( www.liveimageticker.ch ) die Fotos in minutenschnelle auftauchen sollten. Wichtiger sind die Vorteile der Live-Bildübertragung für den Workflow der Fotografen und der Redaktion. Die Fotografen sollen fotografieren und nicht ihre Zeit am Notebook “verschwenden” und deswegen gar wichtige Fotos verpassen. Eidgnössische Feste finden nicht an einem Ort statt. Der Weg von einem Wettspiel-Lokal zum anderen oder zur Festmeile ist kilometerlang. Die Fotografen sind von diesen Distanzen und der schwierigen Einsatzlogistik ohnehin gefordert. Was macht es für einen Sinn, dass sie dazwischen zum Pressezentrum laufen müssen oder die ganzen Zeit ein Notebook mitschleppen, um auf einer Treppe Bilder auszulesen, zu bearbeiten und betexten sowie zu übermitteln? Mit Live Image Transmission geht dies viel effizienter. Gleich nach der Aufnahme wird das beste Bild am Kamera-Display ausgewählt und mit einem leichten Daumendruck per WLAN und UMTS-Handynetzt zur Redaktion geschickt. Während Bilddatei um Bilddatei per FTP übertragen wird kann der Fotograf problemlos weitere Sujets ablichten oder sich zur nächsten Location verschieben. Einzige Bedingung: Der 3G-Datenfunk von Swisscom darf nicht zu überlastet sein. Und das ist die grosse Unbekannte an einem Eigenössischen. iPhones in jeder Hosen- oder Handtasche machen uns etwas Angst…
Das Eidgenössische Jodlerfest, das in diesen Tagen in Interlaken die Jodler-, Fahnen- und Alphorngemeinde zum friedlichen, aber nicht minder engagierten, hochklassigen, musikalischen Wettkampf vereint, dieses Fest lockt die Massen – Schweizer und Nicht-Schweizer – ins Berner Oberland. Das “Eidgenössische” ist Ohrenschmaus und Augenweide zugleich. Es ist eine Fest, das nicht nur die traditionelle Schweiz für ein Wochenende in seinen Bann zieht. Auch wir können uns der Faszination “Eidgenössisches” nicht verschliessen. Es ist schon etwas Besonderes, zum wiederholten Male als offizielle Fest-Bildagentur dabei zu sein. Fotografisch ist die Herausforderung gross, die Grösse des Festes mit grossartigen Bildern über die Zeit und gegen das Vergessen zu retten.
Auch technisch ist das Eidg. Jodlerfesst für swiss-image.ch eine Challenge, denn erstmals wollen je zwei Fotografenteams von zwei verschiedenen Eidgenössischen mit Live Image Transmission ihre Bilder ins Internet übermitteln. Die Schnelligkeit ist dabei nicht das primäre Ziel, auch wenn auf dem Live Image Ticker ( www.liveimageticker.ch ) die Fotos in minutenschnelle auftauchen sollten. Wichtiger sind die Vorteile der Live-Bildübertragung für den Workflow der Fotografen und der Redaktion. Die Fotografen sollen fotografieren und nicht ihre Zeit am Notebook “verschwenden” und deswegen gar wichtige Fotos verpassen. Eidgnössische Feste finden nicht an einem Ort statt. Der Weg von einem Wettspiel-Lokal zum anderen oder zur Festmeile ist kilometerlang. Die Fotografen sind von diesen Distanzen und der schwierigen Einsatzlogistik ohnehin gefordert. Was macht es für einen Sinn, dass sie dazwischen zum Pressezentrum laufen müssen oder die ganzen Zeit ein Notebook mitschleppen, um auf einer Treppe Bilder auszulesen, zu bearbeiten und betexten sowie zu übermitteln? Mit Live Image Transmission geht dies viel effizienter. Gleich nach der Aufnahme wird das beste Bild am Kamera-Display ausgewählt und mit einem leichten Daumendruck per WLAN und UMTS-Handynetzt zur Redaktion geschickt. Während Bilddatei um Bilddatei per FTP übertragen wird kann der Fotograf problemlos weitere Sujets ablichten oder sich zur nächsten Location verschieben. Einzige Bedingung: Der 3G-Datenfunk von Swisscom darf nicht zu überlastet sein. Und das ist die grosse Unbekannte an einem Eigenössischen. iPhones in jeder Hosen- oder Handtasche machen uns etwas Angst…
Sorgt iPhone-Hipe für Handy-Netzprobleme an Eidgenössischen?
Donnerstag, 16. Juni 2011 – Nationales Finale Folklorenachwuchs
Interlaken freut sich auf die kleinsten und kleinen Jodlerinnen und Jodler. Der Folklorenachwuchs eröffnet am Donnerstagabend im Casino Kursaal das Eidg. Jodlerfest 2011. Erfrischend und natürlich ein Sujet für meine Kamera sind die Kinder in ihren hübschen Trachten. Eine Stunde vor dem Wettbewerb rennen die einen wild umher, andere müssen mit ihrer gestrengen Lehrerin Atemübungen machen und zwei ältere Mädchen tippen flink auf ihrem iPhone die letzten Buchstaben ins Facebook. Für mich eine gute Gelegenheit, mit den ersten Fotos einen Übermittlungstest durchzuführen. So macht Live Image Transmission Spass: Nur 30 Sekunden dauert der Upload eines Bildes aus der Canon EOS-1D Mk-4 (ca. 4.5 MB JPEG) via 3G-Datenfunknetz von Swisscom. Die Messung mit Speedtest.net auf dem Samsung Galaxy S2 bestätigt die gute Performance im rusticalen Kursaal – 211.5 kB/s Upload! Den ganzen Abend über geht die Live-Übertragung aus der Kamera so flott wie beim Test. Die Fotos der kleinen Jodler “fliegen” regelrecht zum FTP-Server in Davos. Die Massnahmen der Swisscom scheinen Früchte zu tragen. “Ja, wir haben zwei mobile Anlagen zusätzlich aufgestellt”, hat ein Swisscom-Techniker erklärt. Die Hoffnung wächst, dass Monika Flückiger und ich in den nächsten Tagen alle Bilder aus der Kamera via Mobile Hotspot mit HSPA+ übertragen können. Der Live Image Ticker wäre dann wirklich live…
Jodler-Familie und Regen tröpfeln in Interlaken ein
Freitag, 17. Juni 2011 – Jodelkinder und Japaner sorgen für Farbtupfer
Die Live-Fotografie ermöglich mir ihrer schnellen und mobilen Bildübertragung neue Formen der visuellen Kommunikation an Events. swiss-image.ch hat vor drei Jahren den Live Image Ticker entwickelt, damals als Weltpremiere. Bereits 2002 konnten wir am Swisscom-Stand an der Computermesse Orbit mit einer einfachen HTML-Lösung das Prinzip von “Wireless Photography” demonstrieren. Vor bald zehn Jahren war der Aufwand für Live Image Transmission gross: Per Firewire-Kabel gelangte die Bilddatei aus einer Canon DSLR-Kamera zu einem “Wearable Coputer”, der an einem Gurt um die Hüfte getragen wurde. WLAN sorgte für die Verbindung ins Internet und zu unserem Bildserver. Die Fotos erschienen bereits nach 5-8 Sekunden in der HTML-Applikation. Für den Einsatz ohne WLAN war das System allerdings nicht geeignet.
Wie einfach haben wir es dagegen heute. Auch am Eidg. Jodlerfest in Interlaken ist der moderne Live Image Ticker im Einsatz. Ebenso ist ein Live-Ticker beim Eidg. Musikfest in St. Gallen online. Wegen der Problematik, dass an Eidgenössischen die 3G-Versorgung wegen einiger zehntausend Teilnehmer und Zuschauer, möglicherweise langsam werden könnte, haben wir uns entschlossen, den Live Image Ticker nur Semi-Live mit Bildern zu bestücken. Statt einer vollautomatischen Übertragung in die Flash-Slideshow mit einer Verzögerung von 40-60 Sekunden, gibt die Bildredaktion die Fotos manuell in die Slidshow. Das dauert mit einer bis zwei Minuten etwas länger, doch erscheinen keinen Bilder mehr mit Fehlern oder reine Dokumentationsfotos (zum Beispiel die Namensliste eines Vortrages) im Ticker.
Mobile Hotspot trotzten Regengüssen problemlos
Samstag, 17. Juni 2011 – Regen mindert vielleicht die Trink-, aber nicht die Festfreude
Die Befürchtungen sind wahr geworden. Die Regengfront, die am Freitagnachmittag Interlaken erreicht hat, hält sich über die Nacht und am Samstag. Die Bierlaune in den Bierzelten hat deutlich abgekühlt. Nicht aber die Festrfreunde bei der Jodlergemeinde. In den Wettkampflokalen herrscht Hochbetrieb und gestrenge Juroren bewerten die Vorträge. Ein hohes Nieveau sei festzustellen, wird herumgereicht. Für swiss-image.ch wird der Tag hart. Schönwetterfotos zu schiessen, ist einfacher. Regen-Feature zu sehen, ist subtiler. Die Fotos sollen ja nicht nach Sintflut aussehen, sondern den Festbetrieb mit Regenakzent festhalten. Die Bildübertragung mit Swisscom 3G läuft immer noch sehr schnell. Meine Kollegin Monika Flückiger fotografiert in einer Turnhalle die erste Schweizer Fahnenschwingerin, welche an einem Eidgenössischen teilnehmen darf. Jahrelang hat sie dafür gekämpft. Monikas Bilder wischen in den Live Image Ticker, den wir auf einem 37′ -Screen im Pressezentrum aufgestellten haben. Sie muss unter schwierigen Bedingungen arbeiten, eine Turnhalle ist halt keine tolle Location. Aber die Fahnenschwinger tragen ihren Wettbewerb nun mal in Turnhallen aus, damit nicht der Wind und andere äussere Einflüsse die Vorführung beeinflusst. Fahnen schön aufnehmen, wird man wohl erst am Sonntag beim Festumzug können…
Die Befürchtungen sind wahr geworden. Die Regengfront, die am Freitagnachmittag Interlaken erreicht hat, hält sich über die Nacht und am Samstag. Die Bierlaune in den Bierzelten hat deutlich abgekühlt. Nicht aber die Festrfreunde bei der Jodlergemeinde. In den Wettkampflokalen herrscht Hochbetrieb und gestrenge Juroren bewerten die Vorträge. Ein hohes Nieveau sei festzustellen, wird herumgereicht. Für swiss-image.ch wird der Tag hart. Schönwetterfotos zu schiessen, ist einfacher. Regen-Feature zu sehen, ist subtiler. Die Fotos sollen ja nicht nach Sintflut aussehen, sondern den Festbetrieb mit Regenakzent festhalten. Die Bildübertragung mit Swisscom 3G läuft immer noch sehr schnell. Meine Kollegin Monika Flückiger fotografiert in einer Turnhalle die erste Schweizer Fahnenschwingerin, welche an einem Eidgenössischen teilnehmen darf. Jahrelang hat sie dafür gekämpft. Monikas Bilder wischen in den Live Image Ticker, den wir auf einem 37′ -Screen im Pressezentrum aufgestellten haben. Sie muss unter schwierigen Bedingungen arbeiten, eine Turnhalle ist halt keine tolle Location. Aber die Fahnenschwinger tragen ihren Wettbewerb nun mal in Turnhallen aus, damit nicht der Wind und andere äussere Einflüsse die Vorführung beeinflusst. Fahnen schön aufnehmen, wird man wohl erst am Sonntag beim Festumzug können…
Regen, Regen, Regen. Die Eidgenossen werden so richtig begossen. Wer keine Pellerine überstreifen oder unter einen Schirm aufspannen kann, flüchtet in eines der grossen Festzelte. Als Fotograf kennt man kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleider und schlechten Regenschutz für die Ausrüstung. Das Fotografieren in strömendem Regen ist kein schleck. Der Sucher ist angelaufen und Wasser tropft auf die Frotnlinse. Das Hirschleder ist im Dauereinsatz und bald schon so nass wie die Kamera. Regenschirme an allen Ecken und Ende, leere Gartenwirtschaften und Trachtenfrauen in Plastiküberzügen geben nicht gerade ein festliches Bild ab. Die Feuchtigkeit kriecht unter die Kleider und der Wind lässt einem erschaudern. Verrückt: Die Kamera zeigt erste Aussetzer wegen feuchten Objektivkontakten, im Sucher ist nur noch Nebel zu sehen, doch in einer Gurttasche werkelt unbeeindruckt mein Mobile Hotspot. Datei um Datei wird vom Huawei E583C zum Redaktionsserver übertragen. Live Image Transmission funktioniert auch bei schlechtestem Wetter problemlos. Einzig die Auswahl der Fotos auf dem Kamera-Display gestaltet sich wegen der Wassertropfen schwierig. Auch die sonst hochgeschätzte Bilschirm-Lupe (von Hoodman) ist kaum zu gebrauchen – oben Regenwasser, unten Kondeswasser. Wie soll man da Bilder in Briefmarkengrösse beurteilen und auswählen? Aber auch dieses Problem ist mit etwas Geduld und einem Hirschleder lösbar. Hauptsache, die Bilder verlassen die Kamera so schnell wie möglich Richtung Redaktion in Davos. Das UMTS-Netz von Siwsscom ist immer nocht in bester Verfassung. Unsere Sorgen, dass es wegen des grossen Menschenauflaufes zu Beeinträchtigung der UMTS-Versorgung kommen könnte, war bislang nicht berechtigt. Die Erfahrungen der letzten Tage lassen mich hoffen, dass wir während des ganzen Festes unsere Live-Kameras ohne Einschränkung einsetzen können.
Grande Finale am Sonntag – bei 70’000 potentiellen Smartphone-Usern kapitulliert auch das starke 3G-Datennetz der Swisscom.
Sonntag, 18. Juni 2011 – Das Eidgenössische Jodlerfest erreicht den Höhepunkt.
Interlaken hat eine grosse Festnacht hinter sich. Auf der Festwiese und im ganzen Städtchen sind zehntausende von Jodlern und Gäste bis spät nachts unterwegs. Überall stehen die Chörli im Kreis zusammen und singen ihre Freude aus dem Herzen. Dichtgedrängt von Zuhörer umringt. Sie applaudieren die Gesänge und Jodel. Auf dem Chilbi-Platz kreischen die Teenies auf ein sich auf einem High-Tech-Karusell. Die Bar unter meinem Hotelzimmer will und will sich nicht leeren. Die Stimme einer lauten Bardame trägt die Choreographie des Barbetriebs in den ersten Stock, vermutlich in alle Zimmer des Hotels. Nun, wer an einem Eidgenössischen Jodlerfest als offizieller Festfotograf arbeiten will, darf nicht mit ruhigen Nächten rechnen. Das zerrt am Sonntag natürlich an der Kreativität und Ausdauer. Aber ein Trost bleibt: Dank Live Image Transmission entfällt wenigstens der Bearbeitungsstress am Ende des Festaktes und des Festumzuges.
Der Festsonntag beginnt für die einen Zuschauer mit Kopfweh, für Monika und mich um neun Uhr mit dem Festakt. Der Blick zum Himmel lässt hoffen; Restwolken bedecken noch die umliegenden Berge. Die verschneite Jungfrua ist immerhin teilweise sichtbar. Fahnengruss, Bundsratsrede und natürlich viele Vorträge der Jodler, Alphornbläser und Fahnenschwinger. Ein farbenfroher Aufmarsch schweizerischen Brauchtums, ein Stück heile Welt. Die Jungfrau streift neckisch ihr Nebeltop ab und ist zwischendurch in ihrer vollen Schönheit zu bewundern. Auf dem Platz rattern zahlreiche Kameras. Monika und ich versuchen, uns nicht auf den Füssen herum zu stehen und gehen uns aus dem Weg, damit wir nicht dieselben Sujets einfangen. Wohl niemand weiss, dass unsere Fotos sofort über unsere kleinen Mobilen Hotspots aus der Kamera ins Internet gelangen. Die Übermittlung funktioniert sehr schnell – 30, 40, 50 Sekunden und die 3-5 MB grossen JPEGs sind auf der Bildredaktion in Davos und werden sofort von unseren Bildredaktorinnen Silke und Christina für die Pressenutzung optimiert. Sehr schnell sind die Fotos im Live Image Ticker, den wir vor drei Jahren entwickelt hatten, um die Geschwindigkeit von Live Image Transmission zu zeigen. Inzwischen ist er mehr als das: Die erste Live-Slideshow für das Webpublikum und eine Präsentation auf Flachbildschirmen für die Medien und Festteilnehmer. In einer kleinen Tasche am Gurt arbeitet mein Huawei E583C UMTS-Router absolut zuverlässig. Dank des Hochkapazitäts-Akkus funktioniert das Gerät, halb so gross wie eine Zigarettenpackung, mehr als 12 Stunden. Natürlich fällt der Mobile Hotspot immer wieder in den Stand-by-Modus, denn an einem solchen Fest finde ich nicht jede Minute ein gutes Fotosujet. Nichts desto trotz – 12 Stunden sind für den kleinen Helfer ein hervorragender Wert. Der Festakt erreicht seinen Höhepunkt, ich richtige meine Kamera zunhemend auf das Fahnenmeer und die Alphornbläser, zumal ich mit den Hintergründen – mit Ausnahme der Jungfrau natürlich – nicht glücklich werde. Machen live übermittelte Fotos Sinn, die nicht schön sind und die Rezipient nicht ansprechen? “Speed & Quality” heisst immerhin der Claim zum 2002 gestartete Projekt von Live Image Transmission. Schön und schnell sollen unsere Bilder im Internet verfügbar sein.
Live-Fotografen werden konditionell gefordert
Nach dem Festakt geht’s ins Gewühl auf der Festwiese und auf der Festmeile. Ein Meer aus Menschen und Trachten schwabt hin und her. Das Durchkommen wird zunehmend schwieriger. Im weltcupwürdig eingerichteten Pressezentrum im Hotel Metropole treffe ich Monika. Wirklich frisch sehen wir beide nicht mehr aus. “Es ist super mit Live Image Transmission zu arbeiten. Ich muss nicht bei jeder Auslösung denken, aua, nun muss ich noch 50 Bilder berarbeiten. Aber physisch ist der Job viel strenger geworden. Weil ich immer fotografiere, lege ich viele Kilometer zurück. Das ist physisch und psychisch wegen der Reizüberflutung sehr anstrengend”, erklärt Monika Flückiger. “Ja, ja und jünger wird man auch nicht…”, ergänze ich. Wir bereiten uns auf den grossen Festumzug vor und sprechen uns ab, wer wo fotografieren wird. Gerade habe ich den Fotogurt umgeschnallt erreicht mich ein Anruf der Bildredaktion. “Wir haben Probleme!”, sagt Silke mit einem tiefen Atemzug. Es kommen seit einigen Minuten keine Bilder mehr rein, auch nicht vom Eidgenössischen Musikfest in St. Gallen, wo ein zweites Fotografen-Team arbeitet. Telefonisch gebe ich Silke Anweisungen, im Serverraum nach dem rechten zu sehen. Leider kann ich mich nicht korrekt mit der Fernsteuerung in den FTP-Server einloggen. Schnell wird klar, ein Routingprogramm hat sich aufgenhängt. Da hilft nur ein Neustart. Ich begebe mich zur Umzugsstrecke gleich vor dem Pressezentrum und testen den Server. Das war knapp, aber das System funktioniert. Und schon wieder klingelt das Handy: Die Bilder treffen ein, aber wo sind Sie? “Suche den Folder und stelle einfach den Fotostation-Desktop auf den neuen Folder ein”, lautet mein Rat. Der Festumzug rollt an. Eine Kuhherde hinterlässt Spuren auf dem Bildsensor meiner Canon-Kameras und auch auf der Strasse. Der Stress beginnt. Gescheite Hintergründe für die Umzugssujets sind eher Mangelware und die Bauern, Jodler, Fahnenschwinger, Kühe und Kinderchörli marschieren zügig vorbei. Ich muss mitlaufen und dann wieder zurückrennen. Dann auf eine Hotelterasse um den Blick von oben einzufangen. Die Sonne brennt vom blauen Himmel und an windstillen Plätzen wird es richtig warm. Stress und Schweiss nehmen exponential zu. Meine Lupe, mit der ich den kleinen Kamerabildschirm besser sehe, ist nutzlos von salzigen Schweisstropfen geworden. Der Durchblick ist so verschwonnen wie am Vortag im Regen. Der Bilderstau wird grösser und grösser. Und dann trifft auch noch das ein, vor dem ich mich gefürchtet habe. Rien ne vas plus! Ein Blick auf mein Samsung zeigt: Meine hochgelobt HSPA+-Bandbreite ist auf eine mickrige EDGE und dan auch noch GPRS Perforamance gesunken: 3-4 kB/s Upstream sind zuwenig für den Bildtransfer. Ganz ehrlich, ich bin nicht unglücklich, dass die 70’000 Zuschauer in Interlaken das mobile Datennetz mit ihren iPhones und Co. gebodigt haben. Ich kann nicht fotografieren, rennen und auch noch Bilder auswählen und senden. Für dieses Mulittasking wäre der Workflow “Remote Editing” ideal, doch zur Umstellung fehlt die Zeit. Ich melde mich auf der Redaktion: “Plan B!” Das heisst, ich konzentriere mich vollständig aufs Fotografieren und versuche nicht, das Live-System in Betrieb zu setzen. Das ist so abgesprochen und sollte von allen Fotografen befolgt werden. Nach bald zwei Stunden, 1800 Mitwirkenden und gegen 2800 Fotos kämpfe ich mich zum Pressezentrum durch. LAN-Kabel an der Kamera anschliessen, Konfiguration auf “verkabelt” stellen und den Verbindungsaufbau abwarten. Dann gilt es drei Speicherkarten mit dem Daumen durchzublättern und die Fotos auf die Reise nach Davos zu schicken. Fünf bis 15 Sekunden dauert der Transfer – ein kleiner Trost für den Zeitverlust. Als Live-Fotograf muss man auch vernünftig bleiben. Lieber die Aufnahmen etwas später online bringen, als gar nicht. Wenn das Live-System mal nicht funktioniert, bringt es in einer Eventsituation wenig, es in Gang bringen zu wollen. Das kann man später nachholen. Verpasste Bilder hingegen können nicht nachträglich fotografiert werden. Nach der Übermittlung und einigen Gläsern Apfelsaft gehe ich wieder auf die Pirsch. Die Jodler verlassen Interlaken, auf dem Bahnhof herrscht Gedränge. Die letzte Fotos kann ich problemlos wieder mit dem Personal Hotspot senden. Todmüde geht es im Pressezentrum weiter. Slideshows müssen kontrolliert und programmiert werden. Das nimmt einem die Technik leider noch nicht ab. Aber daran arbeiten wir…
Ein tolles Fest – für Jodler und Live Image Transmission
Das Eidgenössische Jodlerfest 2011 ist vorüber. Die Noten sind an Jodlerinnen, Alphornbläser und Fahnenschwinger verteilt. 70’000 Zuschauer haben sich auf den Heimweg mit Bahn, Auto oder zu Fuss gemacht. Es war für die Jodler ein tolles Fest. Trotz des Regens. Sie haben sich in ihrem Jodler-Dörfli wohl gefühlt und waren unter sich. Sie haben auf den Strassen und Plätzen gejodelt. Sie haben ein Stück Schweizer Brauchtum gelebt und hoch gehalten. Es war ein friedliches Fest und eine sauberes. Dass 70’000 Menschen kaum Dreck auf den Strassen liegen lassen, sollte doch ein positives Zeichen für viele Junge sein, dass Littering nicht zu den Schweizer Erfindungen gehört.
Für swiss-image.ch waren die Eidgenössischen eine Herausforderung und gleichzeitig eine Bestätigung, dass das System Live Image Transmission auch in der mobile Version an grossen Events funktioniert. Danke an das Team, danke an Swisscom, danke an das OK, das beim Pressebildservice Tradition hochgehalten und modernes High-Tech trotzdem nicht verhindert hat. Danke auch den Medien, die unsere Festbilder verwendet haben. Und all jene Fachmedien, die noch jahrelange aus dem Bildfundus zehren können.


















