Live Image Transmission verleiht Event-Fotografen Flügel

Sound Slideshow (alle Bilder wurden live aus dieser Canon-Kamera übermittelt) >>  Switzerland Meeting Trophy

Live Image Transmission, die praktische Bildübertragung direkt aus der Kamera, ist nicht nur für die News- und Sportfotografie ein Workflow mit grossem Potenzial. Auch die Event-Fotografen erhalten durch Live Image Transmission Level  1 (LITLone, sprich little-one) Flügel, und sie können völlig neue Reportage- und Präsentationsformen ihren Kunden anbieten. Wie Live Image Transmission seine Vorteile an einem komplexen, schwierigen Event  ausspielen kann, zeigt die Reportage von swiss-image.ch an der  Switzerland Meeting Trophy, einer originellen Einladungsveranstaltung von Schweiz Tourismus für MICE-Profis aus acht Ländern.  swiss-image.ch begleitete die interessante und abwechslungsreiche Erkundungsfahrt durch die westliche Schweiz  teilweise mit zwei Fotografen. Das Besondere: Die Fotografen sandten alle guten Bilder direkt aus der Kamera via WLAN und UMTS zur Bildredaktion, wo sie von einer Bildredaktorin aufbereitet und gleich online gestellt wurden. Dies obwohl die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Switzerland Meeting Trophy so beschäftigt waren, dass sie die Fotos nicht einmal auf ihrem Smartphone anschauen konnten. Weshalb machte Live Image Transmission trotzdem Sinn?

Event-Fotografie mit Live Image Transmission: Nicht Zeitfaktor, sondern Workflow ist entscheidend.

Die Switzerland Meeting Trophy ist eine planerisch, personell, logistisch und finanziell sehr aufwändige Veranstaltung, welche fast mehr Helfer benötigt als Teilnehmer dabei sind.  Gemeinsam mit den lokalen Touristik-Partnern präsentierte ST den Gästen die Schweiz von Bern bis nach Lausanne mit einer Entdeckungs-Rallye per Pedes, Trottinet, Bus, Mietcabrio, Zug, Luftseilbahn und Motorschiff. Auf der Reise vom 1. Rally-Stopp in Bern nach Weyersbühl und Gstaad (2. Rallye Stopp) und anderntags weiter via Grandveaux nach Lausanne (Ziel) mussten die Länderteams in ihren Roadbooks Fragen zur Schweiz und den erlebten Abenteuern beantworten sowie Aufgaben lösen. Den meisten MICE-Experten wurde schnell klar, was die Vorzüge der Schweiz als Gastgeber für „Meetings, Incentives, Congress und Events“ sind:  Attraktive Städte, herrliche Landschaften, imposante Berge, gut funktionierender öffentlicher Verkehr, Qualitäts-Hotellerie und -Gastronomie und vor allem eine unerreichte Vielfalt an Landschaften,  Klima, Kulturen, Sprachen und Menschen. Und die ganze Buntheit gibt’s in der Schweiz innerhalb kürzester Reisezeit.

swiss-image.ch hatte die Aufgabe übernommen, die Switzerland Meeting Trophy möglichst umfassend und lebendig mit der Kamera zu dokumentieren. Die Fotos  sollten am Ende der Rally im Olympischen Museum den Gästen auf 55-Zoll-Flatscreens mit einer Slideshow präsentiert werden. Drei Tagen nach dem Event, bei der Rückkehr der MICE-Einkäufer in ihre Heimatländer, würde ein Follow-up die Links zur Sound-Slideshow und den downloadfähigen Bildern kommunizieren. Die Fotos , welche auch den mitreisenden Journalisten und den Fachmedien insgesamt honorarfrei zur Verfügung stehen, sollten die Schweizer Erlebnisse emotional festigen und das gute Gefühl während des Events konservieren helfen.

Live Image Transmission in der Event-Fotografie

7TH SWITZERLAND MEETING TROPHY

7TH SWITZERLAND MEETING TROPHY

7TH SWITZERLAND MEETING TROPHY

7TH SWITZERLAND MEETING TROPHY

7TH SWITZERLAND MEETING TROPHY

7TH SWITZERLAND MEETING TROPHY

7TH SWITZERLAND MEETING TROPHY

7TH SWITZERLAND MEETING TROPHY

7TH SWITZERLAND MEETING TROPHY

7TH SWITZERLAND MEETING TROPHY

7TH SWITZERLAND MEETING TROPHY

7TH SWITZERLAND MEETING TROPHY

Events wie die Switzerland Meeting Trophy sind ideale Testfelder für die Bildkommunikation.

Für swiss-image.ch war die Switzerland Meeting Trophy in den vergangenen fünf Jahren stets ein ideales Testfeld für Live Image Transmission. Auch können die Vorteile gegenüber zum konventionellen Workflow gut erlebt werden. Obwohl  bei diesem Event die Mediennutzung sekundär war, wählten wir trotzdem die superschnelle Arbeitsweise mit Live Image Transmission. Weshalb? Nicht die Geschwindigkeit, mit welcher aktuelle Fotos in Slideshows und Bilddatenbanken online gebracht werden können, war in diesem Falle entscheidend. Sondern die Vorteile des neuen Workflows für den Fotografen. Die Switzerland Meeting Trophy ist von ihrer Anlage her eine sehr schwierige Aufgabe für den Fotografen (auf jeden Fall, wenn jemand solche Ansprüche an Bildqualität und Umfang hat wie swiss-image.ch). Ein Rallye-Tag kann um 7.30 Uhr beginnen und ohne Pause bis 18.00 Uhr dauern, eine Stunde später beginnt bereits die Abendveranstaltung bis 23.00 Uhr oder noch später. Der Fotograf ist meistens auf den Beinen, muss sein Equipment mitschleppen und schweissgebadet noch freundlich zu den Gästen sein. Mehrmals habe ich die Meeting Trophy mit konventioneller Bildbearbeitung  und Bildübermittlung am Notebook absolviert. Der physische und psychische Druck durch die Doppelbelastung Fotografie-Bildbearbeitung war teilweise kaum auszuhalten. Die Qualität der Fotos und der Umfang der Sujets litten unter diesem Stress. Mit Live Image Transmission wird der Job auf zwei Schultern verteilt: Der Fotograf konzentriert sich ausschliesslich auf den kreativen Teil, aufs Fotografieren. Das Editing wird auf der Redaktion durch einen Bildredaktor besorgt.  Live-Slideshows werden automatisch generiert, sofern der Kunde dies wünscht. Die Fotos für die Presse und natürlich die Masse der Bilder für die Teilnehmer werden ebenfalls sehr zügig durch den Bildredaktor online gebracht (bestenfalls 3-5 Minuten nach der Aufnahmen sind die Fotos online!). Unter dem Motto: Was gemacht ist, ist gemacht! Mit dem Ende eines Events sollen mindestens 80 Prozent der verwendbaren Bilder nutzungsbereit bearbeitet und online sein. Dies ist nur mit Live Image Transmission und der entsprechenden Technik sowie einer disziplinierten Arbeitsweise des Foto-Teams zu erreichen. Während der Switzerland Meeting Trophy wählte ich, wenn immer möglich, nach einer Bildsequenz das beste Foto am Kamerabildschirm aus und sandte es per Wireless File Transmitter (Canon WEF-E2 II) und meinem Mobilen Hotspot (Huawei E583C; Swisscom Natel data premium) zum FTP-Server auf der Redaktion in Davos.  Wegen der Helligkeit und schwieriger  Sujets verwendete ich zur Bildselektion oft eine Screen-Lupe, mit der selbst kleine Details in Gesichtern gut beurteilt werden konnten.

Die Kamera wird zum Editierwerkzeug des Fotografen

Fotografieren, auswählen, senden. Wer in diesem Rhythmus arbeiten kann, erleidet kaum einen Bildstau oder vergiesst wichtige Bilder. Diese Methode weist einen anderen grossen Vorteil auf: Ein Profi-Fotograf tastet sich, sofern beim Shooting die Zeit vorhanden ist, an das beste Bild heran. Meist ist das zweitletzte oder letzte Foto einer Serie das beste. Dieses Bild hat sich auch in seinem visuellen Kurzzeitgedächtnis eingenistet. Der Fotograf erinnert sich noch minutenlang, welches Foto sein Favorit ist. Deshalb kann er es schnell wieder entdecken und auswählen. Bei der Rally von Schweiz Tourismus war das Storyboard aber oft so dicht, dass ich unmöglich nach dem gewohnten Muster arbeiten konnte. Immer wieder gab es Bilderstaus. In einem solchen Falle ist es absolut zwingend, dass der Fotograf nicht krampfhaft versucht, die fehlenden Fotos zu selektieren. Er muss sich zuerst voll auf die neuen Fotos konzentrieren. Während eines Events kann man bei speziellen Sujets nur einmal zum Schuss kommen. Danach ist das Bild für immer verloren.  Bei der originellen Berner Stadtbesichtigung auf Trottinets war ich dermassen unter Zeitdruck, dass ich nur hin und wieder mal ein Bild von den fahnenschwingenden US-Amerikanern vor dem Bundeshaus oder den Holländern beim Bärenpark übermitteln konnte. Den Bilderstau in der Kamera konnte ich erst während des Bustransfers zur nächsten Station abarbeiten. Im fahrenden Bus war die Leistung des Handy-Datenfunks selbstverständlich schwankend. Von HSPA bis EDGE waren in etwas allen gängigen Standards verfügbar. Auf der restlichen Rallye-Strecke gab es mit Live Image Transmission mit Ausnahme eines Vorfalles keine Probleme mehr. Pro Tag übermittelte ich bis zu 250 hochaufgelöste Bilder (3.5-5 MB JPEG), nicht mal eine Handvoll mussten wiederholt gesendet werden. Doch in der Lavaux (Kt. Waadt) tauchte ein weiteres Problem mit dem Mobile Hotspot auf. Nicht etwas wegen des leeren Akkus (nein, dieser hielt 12-14 Stunden problemlos durch), sondern wegen einer Störung , die ich noch nie beobachten konnte. Das Gerät versuchte laufend, sich mit dem Swisscom-Datennetz zu verbinden. Ich tauschte die Geräte und die SIM-Karten, doch ohne Ergebnis. Ich nahm an, dass wir im idyllischen Weindörfchen Grandveaux einfach keinen UMTS-Empfang hatte (obowhl mein Samsung Galaxy S2 etwas anderes anzeigte). Da nachher eine Schifffahrt auf dem Genfersee angesagt war, machte ich mir keine Sorgen wegen des Bilderstaus. Denn auf Schweizer Seen hatte ich immer wieder positive UMTS-Erlebnisse. Aber die Störung hielt sich hartnäckig. Die Anzeige des Huawei-Hotspots flippte wild. Nun musste ich erneut eine Meldung an unsere Redaktorin per SMS abschicken: Weiterhin kein Empfang. Sorry! Unser Motorschiff kreuzte ein Dampfschiff mit französischer Fahne.  Sofort nahm ich mein Android-Smartphone und suchte den verbundenen Provider. Das Problem schien sich zu lösen. Die Franzosen strahlten wohl mit grosser Intensität mit Ihren  Mobilfunknetzen über den Lac Leman in die Schweiz. Hier waren schliesslich hohe Roamingeinnahmen zu holen. Eine Frechheit, wenn es denn tatsächlich so gewesen ist. Mein Mobile Hotspot war in der Tat nicht sauber und exklusiv auf Swisscom eingestellt. Und mit den UMTS-Zellen am anderen Ufer konnte er keine Datenverbindung aufbauen. Kaum am Steg in Lausanne-Ouchy angelangt, flitzte Bild um Bild über das LITLone-System. Gut, dass man auch nach Jahren Arbeit mit Live Image Transmission immer wieder zum Lernen gezwungen wird.

Apropos Rallye-Bilder: Abends liefen die aktuellen Bilder des Tages über die Bildschirme  im Musée Olympic und die Teilnehmer geizten nicht mit Applaus und Lachern. Dass die Rally-Bilder per Handynetz  live nach Davos übertragen worden waren und per Handynetz vom Bildserver in Paris wieder in mein Notebook gelangten, wusste niemand.  Weil  Live im Fernsehen ja längst normal ist, hat sich niemand Gedanken über den Weg der Fotos von der Kamera zu den Screens und ins Internet gemacht. Live Image Transmission mag für Fotografen und Experten ein erstaunlicher Workflow sein, für die Konsumenten der Bilder ist es oder wird es selbstverständlich.
Meine persönliche Bilanz: Ohne Live Image Transmission hätte ich die Switzerland Meeting Trophy wohl nicht überstehen können. Der Job verlangte von mir physisch und kommunikativ einiges ab. Hätte ich wie früher in Bus, Zug oder auf dem Schiff an meinem Notebook alle Bilder bearbeiten, betexten und und zum Teil bis tief in die Nacht übermitteln müssen, hätte ich mir tatsächlich die Frage stellen müssen, ob dieses Leiden Sinn macht. Eine Eventreportage über 12 oder 15 Stunden pro Tag ist ohnehin eine körperlich und geistig anstrengende Angelegenheit – ohne genügend Schlaf wird sie zur Tortour. Dieser Leidensdruck hatte mich vor Jahren dazu gebracht, über bessere Workflows nachzudenken. Mit Live ImageTransmission habe ich meine Lösung gefunden.

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