Das ist Live Image Transmission!

Live Image Transmission Level 1 ist ein einfaches System zur direkten Übertragung von Digitalfotos aus einer DSLR-Kamera zu einem FTP-Empfangsserver. Als Datenautobahn dient das mobile Internet, also die Handy-Datenfunknetze der Provider.Die Datenverbindung ins Internet gelingt mit dieser WLAN-UMTS-Lösung unter Nutzung von Netzwerkprotokollen und Handy-Datenfunk: Der WFT-Sender baut zuerst eine ganz normale WLAN-Verbindung mit dem Mobilen Hotspot auf. Swiss-image.ch empfiehlt zur Zeit den Mobilen Hotspot von Huawei (E583C): Diese goldig glänzende Kästchen ist etwa ein Drittel so gross wie eine Zigarettenschachtel  und wird von einem Akku (4 h) betrieben. Der Mobile Hotspot baut die Verbindung zum Internet automatisch via Handy-Datenfunk UMTS/HSPA eines Providers. Dazu braucht es eine SIM-Karten und ein Daten-Abo. Ist das drahtlose Modem einmal mit dem Internet verbunden, kann der WFT die FTP-Verbindung zum heimischen Bildserver aufbauen und die Bilder übertragen. Wie schnell dies geht hängt von der zur Verfügung stehenden Bandbreite ab. Diese hängt wiederum von der Anzahl in einer UMTS-Zelle erfassten Handys und andere mobile Nutzer ab. Swiss-image.ch hat in den letzten vier Jahren tausende Bilder über UMTS verschickt und dabei mittlere Übergangszeiten von 30-50 Sekunden (UMTS/HSPA) für Bilddateien von 3.5-5 MB Grösse.  Schnellere Zeiten sind durchaus möglich mit Premium-Daten-Abos. In der Praxis ist die Schnelligkeit einer einzelnen Bildübertragung nicht so relevant. Denn der Workflow des Fotografen beschleunigt sich mit Live Image Transmission ohnehin dramatisch. Während ein Bild übertragen wird, kann er weiter fotografieren. Die Auswahl eines Bildes erfolgt immer nach einer Bildstrecke. Der Fotograf hat das oder die besten Fotos meist in seinem Kurzzeitgedächtnis gespeichert. Er findet das oder die guten Bilder beim Blättern auf dem Kamera-Display sehr schnell. Die Bildübermittlung wird mit einem Daumendruck auf SET (mittig des grossen Wählrades bei Canon-Kameras) gestartet. Danach konzentriert er sich bereits wieder auf das nächste Sujet. In der Sprache der Militärflieger sagt man: „Fire and Forget“.

Fotografen schätzen die Arbeitsweise von Live Image Transmission, weil die Hardware klein und leicht, locker in einer kleinen Tasche am Gurt getragen werden kann. Verwendet er einen Spezial-Akku kann er problemlos 12 Stunden arbeiten. Wir haben in den letzten vier Jahren bei der Entwicklung von Live Image Transmission festgestellt, dass die Fotografen mit diesem Workflow nicht nur viel schneller arbeiten, sondern auch besser fotografieren. Denn der frühere Druck durch das Editing und die Übermittlung am Notebook entfällt. Das Gefühl, mit Live Image Transmission ohnehin viel schneller als die Konkurrenten zu sein, führt zu sehenswerten Bildergebnissen.

Live Image Transmission - einige Praxis-Tipps

  • Live Image Transmission Level 1 (Systeme mit Mobilen Hotspots) ist selbstverständlich nur dort einsetzbar, wo eine UMTS-Netzversorgen vorhanden ist. Es gibt zahlreiche Tricks und Lösungen, wie man Versorgungsprobleme lösen kann. In der Schweiz haben wir festgestellt, dass LIT selbst auf See,  in Skigebieten und sogar sehr gut im Helikopter (300-500 m) eingesetzt werden kann. Zur Not können Bilder auch mit dem langsameren Standard EDGE übertragen werden. Lieber ein Bild mal innerhalb von acht Minuten übertragen statt gar nicht!
  • Live Image Transmission ist für kleine wie grosse Bilddaten geeignet. Wir empfehlen Verlagen, grundsätzlich nur grosse Bilddateien zu erstellen und zu übermitteln. Digitalbilder können bekanntlich leichter heruntergerechnet werden als herauf… Und Bilder von Profi-Fotografen sind in hoher Auflösung wertvoller.
  • Live Image Transmission kann auch mit dem iPhone 4 und den meisten Android-Smartphones (Samsung Galaxy S2) aufgesetzt werden. Für den professionellen Einsatz eignen sich diese Handys nur bedingt. Die Konfiguration wäre eigentlich einfach, doch das iPhone 4 reagiert nach längeren Pause eher ungewöhnlich (manuelle Befehl zum Wake-up). Im Dauereinsatz sind die Smartphones aber unberechenbar: 1. Die Batterien sind schnell leer (2-3 h). 2. Das Handy wird für die Kommunikation mit der Redaktion gebraucht. 3. Fehlbedienungen sind häufig und Stören die Übermittlung. 3. Hohe Zusatzkosten bei falschem Daten-Abo. Für den Noteinsatz sollte ein WFT selbstverständlich auf ein Smartphone  konfiguriert werden.
  • Um die Schnelligkeit von Live Image Transmission zu dokumentieren, hat swiss-image.ch vor rund zwei Jahren den Live Image Ticker entwickelt, eine flashanimierte Slideshow für Live-Fotos. Als Pendant zum Live Ticker bei Sportveranstaltungen ist der Live Image Ticker eine eigenständige Applikation, die Live-Fotos – zum Beispiel eines Marathons – mit einer Verzögerung von 30-70 Sekunden ins Internet überträgt. Mit Color Factory lässt sich ein guter Workflow einfach erstellen. Wir setzen den Live Image Ticker bei vielen unserer Events ein, an denen wir im Auftrag des Veranstalters für die Bildkommunikation verantwortlich sind.
  • Live Image Transmission entlastet auf der einen Seite den Fotografen vom lokalen Editing, auf der Redaktions-Seite steigt die Verantwortung des Bildredaktoren. Im optimalen Fall sorgt er nur noch für den Crop und die IPTC/XMP-Bildlegende. Eine automatische Bildoptimierung beschleunigt den Workflow der Live-Bilder. Die Arbeit mit LIT hat bei (reiferen) Fotografen den angenehmen Nebeneffekt, dass die Live-Fotografen wieder formatfüllend zu fotografieren beginnen – so wie damals auf Dias. Unsere Bildredakteurin ist inzwischen so weit, dass sie freie Fotografen, die erst mit der Live-Technik begonnen haben, weniger gut mag als uns Fotografen vom Kernteam, die teilweise schon seit vier Jahren damit arbeiten.
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Eine Antwort auf Das ist Live Image Transmission!

  1. Joe sagt:

    klingt genial. tatsächlich diesen Router Gewicht nur 90g auf:
    https://www.get3gnet.com/huawei-mifi-e583c-3g-mobile-router.html

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