Live Image Transmission ist mit dem iPhone 4 oder dem Samsung Galaxy S II möglich. Wir beschränken unser Erläuterungen auf das Android-Phone von Samsung, weil es es als Mobiler Hotspot schnell konfiguriert und die Bilddaten am Schnellsten ins mobile Internet sendet.
Einen Vorbemerkung sei erlaubt: Live Image Transmission Level 1 (= Bildübermittlung mit Mobile Hotspot) kann die Ansprüche des harten Profi-Alltags mit einem separaten Gerät (Huawei E583C oder MiFi) besser befriedigen als mit einem Android-Handy oder einem iPhone 4. Insbesondere die Zuverlässigkeit, die lange Arbeitszeit mit einem Spezialakku, die Komaktheit und der günstige Preis (ca 200 Franken) sprechen für Personal Hotspots. Zudem haben solche Geräte nur ein Aufgabe zu erfüllen: Sie müssen bis zu fünf Wifi-Geräte ins Handy-Datenfunknetz verbinden. Dank eines Mobile Hotspot kann der Anwedner das mobile Internet mit einem Handy, einem Tablett, einem Notebook plus zwei Wifi-Kameras nutzen.
Ein Smartphone ist dagegen ein Multifunktionsgerät zum Telefonieren, SMS senden, Webseiten anschauen, chatten usw. Diese Funktionen kann ein aktuelles Gerät mit einer Akkuladung knapp einen Tag ausführen. Dann ist der Akku leer. Mit Live Image Transmission sinkt die Nutzungdauer auf 2-3 Stunden! Danach hat man keine Telefonfunktion und keinen “Bildsender” mehr zur Verfügung. Ausser man führt einen externen Akku mit. Der macht dann wieder den Gebrauch des Smartphones unpraktisch. Sehr praktisch ist hingegen der Einsatz eines Huawei E583C Mobile Hotspots mit einem leistungsstarken Akku von Mugen. Kleiner als eine Zigarettenschachtel findet das Gerät in einer Gurt- oder Hosentasche leicht Platz.
Live Image Transmission mit dem Samsung Galaxy SII und Canon WFT-E2 IIa
Die Konfiguraiton des Galaxy SII ist – wie bei den meisten Android-Handys – relativ leicht. Das Android-Betriebssystem bietet die Funktion “mobiler WLAN-Hotspot” schon seit längerem an, während das Apple iPhone 4 erst seit Frühling 2011 das “Wifi-Tethering” ermöglicht. So lässt sich das Galaxy S II für die Bilddatenübermittlung direkt aus der Kamera einrichten:
- Tippen Sie im Startmenue auf “Einstellungen”
- Wähen Sie “Drahtlos und Netzwerke”
- Tippen Sie nun auf “Tethering und mobiler Hotspot”
- Wählen Sie “Mobiler WLAN-Hotspot: Einstellungen”
- Tippen Sie die ”Einführung in Mobile AP” weg, falls Sie die Erkäuterung nicht mehr lesen wollen.
- Wähen Sie “Mobilen WLAN-Hotspot konfigurieren”
- Geben Sie jetzt Ihrem Handy-Hotspot einen Namen (SSID). Ein kurzer prägnanter Name plus ein Zahl reichen völlig. Zum Beispiel: live1
- Bei den Sicherheitseinstellungen empfehlen wir vorerest eine “Open”-Einstellung. Warum? Für Ihre ersten Tests mit Live Image Transmission ist es einfacher, ohne Authentifizierungen und Verschlüsselung zu arbeiten. Beim Galaxy S II können die nötigen Sicherheits-Einstellungen bequem per Fingereingabe gemacht werden. An der Canon-Kamera müssen Schlüsselwörter hingegen mühsam mit dem Wählrad auf einem Buchstabenfeld gewählt werden. Der Sicherheitsaspekt ist bei Bilddaten vorderhandd weniger relevant. Später können Sie ihren Samsung-Hotspot und den Canon-WFT verschlüsseln.
- Tippen Sie auf “Speichern”.
- Aktivieren Sie die Hotspot-Funktion nun bei “Mobiler WLAN Hotspot”
- Tippen Sie auf Ja, um die evt. bestehende WLAN-Verbindung abzubrechen und Ihr Smartphone als “Mobile Hotspot” nutzen zu können.
- Kehren Sie zur Startseite des Handys zurück.
- Testen Sie den neuen Hotspot mit Ihrem Notbook oder einem Tablett PC. Wählen Sie “Live1″ aus und versuchen Sie, im Internet zu surfen. Wenn dies möglich ist, dann können Sie Ihr Samsung Galaxy S II auch für die Bildübermittlung benutzen. Die Konfiguration des Wireless File Transmitters ist allerdings nicht ganz so einfach. Wir werden diese Konfiguration später ansprechen.
Kosten-Falle: Handy-Abos haben meist nur 250 MB pro Monat inklusive
Die Verwendung des eigenen Android-Smartphones für die Bildübermittlung ist nicht ohne Fallstricke. Hier die wichtigsten Tipps:
- Kosten-Falle Datentransfer: Handy-Abos beinhalten in der Regel eine maximale Datenmenge beim Internetverkehr. 250 MB sind beispielsweise bei Swisscom inklusive – pro Monat. JPEG-Bilddateien aus einer Canon EOS-1D Mk-III können schon mal 5 MB gross sein. Allzuschnell ist das Daten-Freivolumen des Handy-Vertrages ausgeschöpft und jedes Megabyte über der Limite kostet extra. Bei intensiver Nutzung des Handys für den Datentransfer drohen Ende Monat böse Überraschungen.
Power-User sollten besser mit Ihrem Provider die beste Lösung besprechen. Zusätzliche Dataflat-Optionen über 5 oder 10 GB sind nicht bei allen Anbietern möglich. Für einen mobilen Hotspot ist eine reine Dataflat-SIM (mit Monats-Preisplan oder als Tages-Prepaid-Karte) notwendig. - Akkuprobleme beim Smartphone: Mobile Bildkommunikation soll genau das bleiben, was das Wort mobil ausdrückt. Live Image Transmission soll dem Fotografen räumliche und zeitliche Freiheit schenken. Die Live-Bildübertragung soll nicht nur während einer kurzen Pressekonferenz möglich sein. Auch zwei Stunden sind für einen engagierten Pressefotografen zu wenig. Bei swiss-image.ch sind die Fotografen schon mal 8, 12 oder 16 Stunden im Einsatz. Beim Gigathlon können es auch mal 18 Stunden sein. Dazu sind ultrastarke Akkus nötig. Bei Smartphones ist die Akkuleistung (1650 mAh beim Galaxy S II) von Haus aus nicht gerade berauschend. Beim intensiver Businessnutzung reicht ein Akku bei vielen Geräten nich mal für einen Arbeitstag aus. Die Funktion “Mobile Hotspot” erweist sich dabei als ausgesprochner Stromfresser. Bei Praxistests haben wir eine böse Überraschung mit Androids-Handys und dem iPhone 4 erlebt: Bei regem Einsatz der Telefon- und Kommunikationsfunktionen inklusive “Mobile Hotspot” für die Bildübermittlung waren die Akkus (ca. 1650 mAh) nach zwei Stunden leer (ohne Gewähr). Ein externer Akku (USB) ist praktisch ein Muss. Dieser kann mit Klett-Streifen an das Samstung Galaxy SII befestigt werden, was allerdings die Telefonfuntkion einschränkt.
Mit dem Mugen-Superakku (3200 mAh) für zahlreiche Mobile Hotspots kann ein Fotograf mit in einem normalen Aufnahme-Rythmus (150-250 Bildtransfers/Tag) rund 8-10 Stunden arbeiten. Zusammen mit dem Original-Akku verlängert sich die Nutzungszeit problemlos auf 12-14 Stunden. Wer also intensive Shootings plant, ist mit dem externen Mobile Hotspot besser bedient. - Betriebssicherheit: Nichts nervt den Live-Fotografen so sehr, wie wenn die Internetverbindung nicht hergestellt werden kann. Wir habe zwischen 2005 und 2007 intsiv mit Windows-Smartphones und dem App Pock et Phojo von Paul Nolan gearbeitet. Die Konfiguratin der Ad-hoc-Verbindung zwischen Canon WFT-E2 und dem Smartphone (Windows Mobile) war sehr umständlich. Je nach Handy (HTC, Fujitsu, Motorolla) war auch die physische Bedienung problematisch. Geräte stellten sich in der Fototasche selbständig ab oder Einstellungen verstellten sich unbeabsichtigt. Damals war Live Image Transmission mit der Hardware-Software-Lösung (Wireless File Transmission, Windows-Mobile-Handy und Pocket Phojo) kompliziert, unsicher und für längere Fotoeinsätze wenig geeignet.
Heutige Smartphones sind besser gegen Ausschalten und versehentliche Veränderung der Einstellung geschützt. Die Funktion “Mobile Hotspot” sollte im Prinzip permanent aktiviert sein. Doch Handys werden nicht nur als Wifi-3G-Datenrelais verwendet. Der Fotograf nutzt es zum telefonieren, SMS versenden, chatten,
Ist das Samsung Galaxy SII einmal konfiguriert, fehlt nur noch die Einstellung des Wireless File Transmitters. Diese Konfiguration ist leider nicht so einfach. Ein Trost: Ist der WFT erst einmal korrekt aufgesetzt, kann sie über lange Zeit geschützt und verwendet werden. Wir werden hier in Kürze eine Anleitung publizieren.







